Event Title

Deutsche Identität in der Flüchtlingskrise

Presenter Information

Christina Moore, Macalester College

Location

Room 201, State Farm Hall

Event Website

https://www.iwu.edu/german/conference/

Start Date

2-4-2016 4:00 PM

End Date

2-4-2016 5:00 PM

Description

Gruppen und Identitäten werden teilweise durch Diskurs geschaffen, deswegen verändern sie sich oft und sie definieren sich gegen anderen Gruppen. Das ist auch der Fall bei der deutschen Identität besonders im Kontext der Flüchtlingskrise. Ich analysiere wie eine offizielle, veröffentliche Quelle, die Website von der Bundesregierung (bundesregierung.de), die deutsche Identität in Vergleich zu den Flüchtlingen definiert. Ich frage, wie Deutsche positiv und negativ von Flüchtlingen definiert werden? ‚Positiv definiert‘ heißt, wer in einer Gruppe passt. ‚Negativ definiert‘ heißt, wer der Gruppe fremd ist. Besonders wichtig ist wie diese offizielle Website Deutsche und Deutschland in Vergleich zu den Flüchtlingen beschreibt. Als eine Struktur zu meiner Analyse benutze ich Theorien von Benedict Anderson und Edward Said. Anderson schreibt 1983 in seinem Buch Imagined Communities, dass Nationen nicht natürlich sind, sondern künstlich vorgestellt werden. Ich analysiere Deutschland und die deutsche Identität als eine vorgestellte Nation und Definition, die von den Deutschen gegen den Anderen definiert werden. In seinem Buch Orientalism erklärt Said, dass der Bereich von Orientalismus auch künstlich vorgestellt und geschaffen wird. Es ist nicht natürlich und wird von den Europäern für die Europäer geschaffen. Das heißt, die Orientalen sprechen nicht selbst. Orientalism beschreibt wie die Europäer den Orient verstehen und für einander in der Literatur vorstellen. Wenn ich über die deutsche Identität schreibe, schreibe ich über Saids Begriff von Orientalismus, weil ich eine Quelle analysiere, die von Deutschen für Deutschen über die Flüchtlinge (den Anderen) geschrieben wurde. Von dieser Analyse entwickle ich eine Idee davon, was es heißt, deutsch zu sein. Stellt die Website die deutsche Identität als statisch definiert und streng begrenzt vor? Oder eine deutsche Identität, die willkommen, flexibel und die sich mit der Zeit verändert? Diese Fragen sind besonders passend in dieser Zeit der Unsicherheit mit Flüchtlingen und mit der Möglichkeit für Deutschland, sich als neu zu definieren.

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COinS
 
Apr 2nd, 4:00 PM Apr 2nd, 5:00 PM

Deutsche Identität in der Flüchtlingskrise

Room 201, State Farm Hall

Gruppen und Identitäten werden teilweise durch Diskurs geschaffen, deswegen verändern sie sich oft und sie definieren sich gegen anderen Gruppen. Das ist auch der Fall bei der deutschen Identität besonders im Kontext der Flüchtlingskrise. Ich analysiere wie eine offizielle, veröffentliche Quelle, die Website von der Bundesregierung (bundesregierung.de), die deutsche Identität in Vergleich zu den Flüchtlingen definiert. Ich frage, wie Deutsche positiv und negativ von Flüchtlingen definiert werden? ‚Positiv definiert‘ heißt, wer in einer Gruppe passt. ‚Negativ definiert‘ heißt, wer der Gruppe fremd ist. Besonders wichtig ist wie diese offizielle Website Deutsche und Deutschland in Vergleich zu den Flüchtlingen beschreibt. Als eine Struktur zu meiner Analyse benutze ich Theorien von Benedict Anderson und Edward Said. Anderson schreibt 1983 in seinem Buch Imagined Communities, dass Nationen nicht natürlich sind, sondern künstlich vorgestellt werden. Ich analysiere Deutschland und die deutsche Identität als eine vorgestellte Nation und Definition, die von den Deutschen gegen den Anderen definiert werden. In seinem Buch Orientalism erklärt Said, dass der Bereich von Orientalismus auch künstlich vorgestellt und geschaffen wird. Es ist nicht natürlich und wird von den Europäern für die Europäer geschaffen. Das heißt, die Orientalen sprechen nicht selbst. Orientalism beschreibt wie die Europäer den Orient verstehen und für einander in der Literatur vorstellen. Wenn ich über die deutsche Identität schreibe, schreibe ich über Saids Begriff von Orientalismus, weil ich eine Quelle analysiere, die von Deutschen für Deutschen über die Flüchtlinge (den Anderen) geschrieben wurde. Von dieser Analyse entwickle ich eine Idee davon, was es heißt, deutsch zu sein. Stellt die Website die deutsche Identität als statisch definiert und streng begrenzt vor? Oder eine deutsche Identität, die willkommen, flexibel und die sich mit der Zeit verändert? Diese Fragen sind besonders passend in dieser Zeit der Unsicherheit mit Flüchtlingen und mit der Möglichkeit für Deutschland, sich als neu zu definieren.

http://digitalcommons.iwu.edu/germanresearch/2016/fluchtlingskrise/1